Dokumentarfilm: Ulbrichts Wirtschaftswunder

Dokumentarfilm: Ulbrichts Wirtschaftswunder (2017)

Der Dokumentarfilm: Ulbrichts Wirtschaftswunder – wie die DDR den Westen überholen wollte, ist ein 45 minütiger Film. Somit ein Film zur Wirtschaftsgeschichte der DDR.

Mit dem „Neue Ökonomische System“, kurz: NÖS, wollte die DDR in den 1960er Jahren neue Wege gehen. Das Ziel war klar: Die Zukunft im Wettstreit mit der Bundesrepublik Deutschland für sich gewinnen. Mit Rationalisierung und Automatisierung sollte die Planwirtschaft revolutioniert und die Mangelwirtschaft mit Personalmangel und Materialknappheit beseitigt werden.

Szenenbild Dokumentarfilm: Ulbrichts Wirtschaftswunder
Szenenbild: Ulbrichts Wirtschaftswunder – NÖS

Neue Denkmethoden und neue Technologien sollten dazu beitragen, dass der Mensch künftig im Produktionsprozess entbehrlich wird. Letztlich sollte damit der Westen wirtschaftlich überholt und der Weg zur kommunistischen Weltherrschaft geebnet werden.

Der Gedanke, dass neue, futuristische Technologien den Sozialismus retten könnten, bestach zunächst. Die „Staatliche Planungskommission“ erarbeitete Pläne zu einer Reform nicht nur der Wirtschaft, sondern des Lebens in der DDR schlechthin. Nach streng wissenschaftlichen Methoden der Kybernetik und Heuristik sollte sich die Gesellschaft umgestalten.

Um die Ideen publik zu machen, wurden eigene Institute gegründet. So zum Beispiel die Akademie für Marxistisch Leninistische Arbeitsorganisation „AMLO“. Dort angestellte Kameramänner und Regisseure produzierten Informationsfilme, die den Science Fiction Fantasien der DEFA kaum nachstanden. Ausführlich wird propagiert, wie der sozialistische Mensch künftig lebt und arbeitet.

Der Dokumentarfilm: Ulbrichts Wirtschaftswunder – ein Film über Zukunftsvisionen in der DDR

Im Fokus unseres Films steht die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung der DDR in jener Zeit. Ebenso die Zukunftsvisionen von einer automatisierten, rationalisierten und damit besseren Welt.

Doch die von Walter Ulbricht forcierte Öffnung der zentralistisch geleiteten Volkswirtschaft scheiterte. Alle Maßnahmen des NÖS, wie etwa Prämien für die Werktätigen oder größere betriebliche Freiheiten für die Kombinate, konnte die DDR Ökonomie nicht retten. Mit dem Machtantritt von SED-Chef Erich Honecker wurden das innerparteilich stets umstrittene Projekt eingestellt und die Reformen rückgängig gemacht.

Titel: Ulbrichts Wirtschaftswunder – Wie die DDR den Westen überholen wollte
Genre: Dokumentarfilm
Länge: 45 Minuten
Erstausstrahlung: 04.04.2017, rbb
in Zusammenarbeit mit: HOLfix GmbH
Dieser Dokumentarfilm wurde aus Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED Diktatur gefördert.